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Marc Marquez dominiert Großen Preis von Aragon und verkürzt Martins WM-Führung

Marc Marquez holte sich in Aragon einen überlegenen Sieg und verkürzte Jorge Martins Vorsprung in der Weltmeisterschaft, während Pedro Acosta und Marco Bezzecchi das Podium komplettierten.

Von Michael de Vries - 2026-08-30 12:59:08.000 - 3 Min. Lesezeit

Marc Marquez lieferte beim Großen Preis von Aragon eine Meisterleistung ab. Er feierte einen dominanten Sieg, baute seine bemerkenswerte Siegesserie auf dem Kurs aus und brachte wieder enorme Spannung in den MotoGP-WM-Kampf 2026. Der Ducati-Lenovo-Pilot schüttelte Positionskämpfe in der Anfangsphase ab, um nach einer fehlerfreien Fahrt über 23 Runden seinen zweiten Saisonerfolg des Wochenendes einzufahren. Indem er seine Pace in maximale Punkte ummünzte, zog der amtierende Champion in der Gesamtwertung an Marco Bezzecchi vorbei und knabberte gewaltig an Jorge Martins Polster an der Tabellenspitze.

Die ersten Runden boten sofort packende Action, als Marquez sich beim Start mit Pole-Setter Bezzecchi verhakte. Marquez setzte sein trademarkartiges Manöver in Kurve 1 gegen den Aprilia-Piloten an, doch Bezzecchi hielt am Kurvenausgang hart dagegen. Als Marquez versuchte, seine Linie für Kurve 2 zu behaupten, schien das Ride-Height-System seiner Maschine aktiviert zu bleiben, was Funken schlagen ließ und die Werks-Ducati weit hinaustrug. Dieses Zögern öffnete die Tür für Bezzecchi und den gut gestarteten Martin, wodurch der Topfavorit kurzzeitig im Feld zurückfiel.

Die Hierarchie stellte sich jedoch schnell wieder her. Marquez startete in der Schikane vor der Gegengeraden einen energischen Konter, holte sich Platz zwei von Martin zurück und nahm das Spitzenfeld ins Visier. In der sechsten Runde setzte der Spanier exakt an derselben Schikane zum entscheidenden Überholmanöver an und lieferte sich auf der Gegengeraden einen packenden Rad-an-Rad-Sprint mit Bezzecchi. Bezzecchi gab unter starkem Bremsdruck als Erster nach, räumte die Position und ermöglichte es Pedro Acosta, sich hinter der anstürmenden Ducati den zweiten Platz zu schnappen.

Acosta etablierte sich rasch als Marquez' gefährlichster Verfolger, steuerte seine Red Bull KTM zu einem glänzenden zweiten Platz und bescherte dem Hersteller das erste Podest seit Balaton. Der junge Spanier folgte Marquez im Mittelteil des Rennens dicht im Windschatten und hielt den Rückstand unter einer Sekunde, während Bezzecchi den dritten Rang verteidigte. Etwa ab der 15. Runde verschaffte Marquez sich schließlich ein komfortables Polster, verwaltete seine Medium-Michelin-Reifen perfekt bis zur Zielflagge und kreuzte die Linie mit klarem Vorsprung.

Hinter dem Führungsduo sicherte Bezzecchi souverän den dritten Platz und rettete wichtige Punkte für Aprilia, während Alex Marquez seine Gresini-Maschine auf Rang vier ins Ziel brachte. WM-Spitzenreiter Jorge Martin tat sich auf seiner Werks-RS-GP26 schwer, das Tempo der Spitze mitzugehen, und rettete einen fünften Platz ins Ziel. Dieses Resultat schiebt das Feld vor dem anstehenden Paddock-Stopp in Misano eng zusammen: Martins Vorsprung auf einen drängenden Marc Marquez ist auf nur noch 19 Zähler geschmolzen, während Bezzecchi weitere fünf Punkte dahinter auf Rang drei liegt.

Das Rennen forderte im hinteren Teil des Feldes zudem prominente Opfer. Werks-Ducati-Pilot Francesco Bagnaia stürzte in der Anfangsphase von Platz sieben, was einen weiteren herben Rückschlag in seiner ohnehin schwierigen Saison bedeutet. Landsmann Franco Morbidelli rutschte kurz darauf ebenfalls aus dem Rennen, während Trackhouse Racing einen katastrophalen Nachmittag erlebte, da Silverstone-Sieger Raul Fernandez mit einem technischen Defekt aufgeben musste. Der künftige BMW-Pilot Toprak Razgatlioglu schied kurz vor Schluss ebenfalls außerhalb der Punkteränge aus und besiegelte damit einen bitteren Tag für mehrere etablierte Namen.

Beim Duell der verletzten Rückkehrer zeigte Fermin Aldeguer im Gresini-Ducati-Team eine starke Leistung und fuhr bei seinem Comeback nach einem in Assen erlittenen Wirbelbruch auf den sechsten Platz. Der junge Spanier hielt Fabio di Giannantonios VR46-Ducati das gesamte Rennen über in Schach, woraufhin di Giannantonio als Siebter vor Enea Bastianini ins Ziel kam. LCR-Honda-Pilot Johann Zarco rettete ein kräftezehendes Wochenende mit Rang 15 in den Punkten, obwohl er wegen seiner Verwicklung in den Startunfall in Katalonien eine doppelte Long-Lap-Penalty absitzen musste.

Der Tross reist nun weiter zum nächsten Lauf nach Misano, der vom 11. bis 13. September ansteht, wobei die WM-Konstellation komplett auf den Kopf gestellt wurde. Die mathematische Ausgangslage bedeutet, dass jeder der Top-Drei-Piloten – Martin, Marc Marquez oder Bezzecchi – Italien als Tabellenführer verlassen kann. Da das Momentum nach dem perfekten Aragon-Wochenende klar beim Titelverteidiger liegt, lastet nun enormer Druck auf Aprilia und Jorge Martin, auf italienischem Boden zu kontern.

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