APEX RACEWIRE Redaktion

Yamaha rügt Quartararo für seine Haltung und stellt Miller als Maßstab hin

Verantwortliche bei Yamaha haben scharf auf Fabio Quartararo reagiert, nachdem dieser die Weiterentwicklung der V4 verweigert hatte, und fordern ihn auf, sich an Jack Millers Professionalität ein Beispiel zu nehmen.

Von Nadia van Leeuwen - 2026-09-01 12:56:33.000 - 2 Min. Lesezeit

Das ohnehin angespannte Verhältnis zwischen Yamaha und Fabio Quartararo ist nun unübersehbar öffentlich geworden, nachdem die Teamführung den ehemaligen Weltmeister für seine Weigerung, weiter an der Entwicklung des Motorrads mitzuwirken, öffentlich gerügt hat. In einem Gespräch mit der französischen Zeitung L’Equipe wiesen die Yamaha-Verantwortlichen Paolo Pavesio und Massimo Meregalli die jüngsten Beschwerden des Franzosen zurück und forderten ihn nachdrücklich auf, sich Jack Miller als Maßstab für professionellen Einsatz unter schwierigen Bedingungen zu nehmen.

Die Rüge folgt auf Quartararos Ankündigung beim Großen Preis von Aragon, er werde seine Entwicklungsaufgaben für den Hersteller aus persönlichen Gründen niederlegen. Der Weltmeister von 2021 hat bereits für 2027 bei Honda unterschrieben, nachdem es keinerlei Gespräche über eine Verlängerung seines Yamaha-Vertrags gegeben hatte, und zeigt sich zunehmend frustriert über Yamahas neues V4-Motorrad. Er argumentiert, dass seit dessen Debüt im vergangenen Jahr kaum Fortschritte erzielt worden seien. Der Streit eskalierte, als Yamaha ihm nach dem Großen Preis von Österreich untersagte, Pirelli-Reifen zu testen – eine Entscheidung, die Quartararo angesichts seiner bisherigen Entwicklungsarbeit als unfair empfand.

Das Management sah die Angelegenheit gänzlich anders und argumentierte, dass die Beschwerden des Fahrers seinen Blick trübten. Pavesio erklärte gegenüber L’Equipe, Quartararo beklage zwar regelmäßig die langsame Weiterentwicklung der Maschine, attackiere aber gleichzeitig das Testprogramm, sobald er neue Teile bewerten solle, weil ihn die Zusatzarbeit angeblich aus dem Konzept bringe. Zwar räumte Pavesio ein, dass Yamaha der Konkurrenz weiterhin hinterherhinke, betonte jedoch, dass das Werk hart arbeite, um die Lücke zu schließen.

Meregalli schlug einen noch härteren Ton an und stellte Quartararos Reaktion direkt der von Miller gegenüber, der trotz des Verlusts seines Startplatzes weiterhin bei der Entwicklung unterstützt. Er forderte den Franzosen auf, dem Beispiel des Australiers zu folgen, und betonte, dass Miller stets absoluten Einsatz zeige und die Stimmung in der Garage auch in schwierigen Momenten hochhalte, anstatt sich von Frustration leiten zu lassen.

Yamaha bereitet sich darauf vor, die kommenden Neuzugänge Toprak Razgatlioglu und Izan Guevara beim anstehenden Test in Österreich einzusetzen, und beharrt darauf, dass das Fernhalten von Fahrern, die den Rennstall verlassen, im Fahrerlager gängige Praxis sei. Meregalli verwies darauf, dass auch andere Teams künftiges Material vor abwandernden Piloten zurückhalten, wenngleich diese Politik nicht überall konsequent angewendet wird. So entschied sich KTM bekanntermaßen dafür, den zu Ducati wechselnden Pedro Acosta auf Pirelli-Reifen und 850cc-Material fahren zu lassen, um dessen Speed und Feedback zu nutzen, während auch Honda seinen Stammfahrern entsprechende Testzeiten gewährt hat.

Zurück zu allen MotoGP-News