APEX RACEWIRE Redaktion
Ducati gerät nach Aprilia-Dominanz in Silverstone unter Druck
Aprilia feierte in Silverstone einen Dreifachsieg, während Ducati beim britischen Grand Prix mit starkem Reifenverschleiß und fehlendem Grundspeed zu kämpfen hatte.
Von Michael de Vries - 2026-08-10 07:21:58.000 - 2 Min. Lesezeit
Aprilia zeigte beim britischen Grand Prix eine dominante Leistung und belegte das gesamte Podium in einem Wochenende, das bei Ducati wachsende Sorgen um die Konkurrenzfähigkeit offenbarte. Trackhouse-Pilot Raul Fernandez holte einen überlegenen Grand-Prix-Sieg, nachdem er von einem Startproblem des Pole-Setters Jorge Martin profitiert hatte, während Werksfahrer Marco Bezzecchi sich durch körperliche Schmerzen biss, um zwei dritte Plätze abzusichern. Das Ergebnis baute Martins WM-Führung auf 31 Punkte vor Bezzecchi aus, während Marc Marquez bereits 40 Zähler hinter der Spitze liegt.
Das schnelle und flüssige Layout von Silverstone spielte den Stärken der Aprilia RS-GP direkt in die Karten, die bei Kurvengeschwindigkeit und Agilität glänzt. Umgekehrt erlebte Ducati ein Wochenende, das an den schwierigen Auftritt in Assen erinnerte: Im Sprintrennen gab es Probleme mit starkem Graining am weichen Hinterreifen, zudem fehlte im Vergleich zum italienischen Rivalen die Gesamtschnelligkeit. Zwar funktioniert die GP26 auf Stop-and-Go-Strecken stark, doch die Notwendigkeit, das Heck zum Einlenken zu nutzen, macht das Motorrad bei heiklen Streckenbedingungen anfälliger für Reifenabbau.
Die Ducati-Piloten erlebten über das Wochenende hinweg unterschiedliche Verläufe und körperliche Einschränkungen. Gresini-Fahrer Alex Marquez kam im Grand Prix als bester Ducati-Vertreter auf Platz vier ins Ziel und lobte seinen eigenen runden Fahrstil in schnellen Kurven, während VR46-Pilot Fabio Di Giannantonio einräumte, dass seine Versuche, den Hinterreifen zu schonen, auf dem Weg zu Platz sechs letztlich seinen Vorderreifen zerstörten. Marc Marquez kam im Grand Prix nach Kämpfen mit körperlichen Belastungsgrenzen im rechten Arm und in der Schulter nur auf Rang sieben und übernahm die volle Verantwortung für sein Defizit beim Tempo.
Trotz der klaren Leistungsdifferenz in Silverstone bleibt die Weltmeisterschaft offen, während die Serie Kurs auf Strecken nimmt, die Ducati eher entgegenkommen. Das Aprilia-Management bleibt trotz der Widerstandskraft seiner Fahrer im Titelkampf vorsichtig, während sich Ducati auf einen entscheidenden Test in Aragon vorbereitet, wo das gegen den Uhrzeigersinn verlaufende Layout das Kräfteverhältnis voraussichtlich wieder zugunsten des amtierenden Champions verschieben wird.